Duale Ausbilung

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Digitale Ausbildung

Wenn ich an meine Ausbildung zum Technischen Zeichner zurückdenke, wird mir bewusst, dass ich zwar gute Grundlagen erlernen durfte, die Ausbildung jedoch wenig digitale Elemente enthielt. In diesem Beitrag versuche ich, meine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen aus der Ausbildungszeit zu reflektieren und Aspekte der Digitalisierung in der Bildung zu erfassen.



Ich möchte ehrlich sein, nach der Realschule hatte ich einfach keinen Bock mehr auf Schule. Mit Fächern wie Gemeinschaftskunde, Erdkunde, Geschichte und Sport konnte ich ab der 8. Klasse relativ wenig anfangen, was sich in meinen Noten entsprechend widerspiegelte. Unabhängig von meiner Lustlosigkeit war 2004 an den Schulen von Digitalisierung noch keine Rede. Tageslichtprojektoren waren an der Tagesordnung …
Zwar gab es einen Computerraum, der jedoch nur sporadisch genutzt wurde, um erste Schritte in Word, Excel und PowerPoint zu gehen. Sicherlich hilfreich, jedoch auch für damalige Umstände aus meiner Sicht zu wenig. Deshalb musste privat ein eigener Rechner her, um sich der Sache etwas intensiver anzunehmen. Zum Glück hatten wir noch einen alten Rechner zu Hause, sodass mein jüngerer Bruder und ich etwas damit experimentieren konnten. Auflösung: Es ging schief – wir hatten den Rechner komplett zerlegt und wieder zusammengebaut und wohl ein Kabel falsch angeschlossen. Mit einem kleinen Rauchzeichen verabschiedete sich der Rechner beim Einschalten. 

Dennoch konnten wir enorm viel lernen und den Aufbau von Computern verstehen. Zu Weihnachten bekam ich einen eigenen Rechner, der deutlich leistungsstärker und komfortabler in der Bedienung war. Zumindest konnte ich einige Computer-Spiele spielen und mir so die Zeit neben der langweiligen Schule vertreiben. Auch nutzte ich aufgrund meiner miserablen Handschrift den Rechner zur Erstellung von Mindmaps, Texten, Tabellen usw. Immerhin konnte ich dadurch meine Noten etwas verbessern. 

Schnell merkte ich, dass mir die Arbeit mit dem Rechner mehr Spaß machte als das mit Stift und Papier. In der 8. Klasse unternahmen wir einen Praktikumsbesuch im Rahmen des Technikunterrichts in einer Firma, die Getriebe für die Automobilindustrie herstellt. Die Auszubildenden vor Ort vermittelten uns Grundlagen der mechanischen Bearbeitung, um Interesse am Berufsbild des Zerspanungs- und Industriemechanikers zu wecken. Für mich lief es ganz gut – meine motorischen Einschränkungen beim handschriftlichen Schreiben hatten sich offensichtlich nicht auf die Fähigkeiten in der mechanischen Bearbeitung ausgewirkt, jedoch auf mein Verletzungsrisiko.  

Um es kurz zu machen: Der Technikunterricht begeisterte mich, es machte mir einfach Spaß, Dinge zu löten, zu feilen, zu sägen und zusammenzubauen. Damit war mein Weg klar, ich würde einen technischen Beruf erlernen. In Realschulen findet in der neunten Klasse eine Berufsorientierung statt, die durch eine Praktikumswoche in einem Betrieb einen Einblick ins Berufsleben geben soll. Da mir das Verletzungsrisiko bei handwerklichen Tätigkeiten zu hoch war und ich gern Inhalte auf dem Rechner erstellte, wollte ich in diesem Bereich tätig werden. 

Das Berufsbild des Technischen Zeichners lag nahe. Hierfür interessierte ich mich und die Vorstellung begeisterte mich. Meine Euphorie wurde (leider) durch den Berater der Bundesagentur für Arbeit etwas gedämpft, da anscheinend gute Noten in Mathe und Technik notwendig waren, um überhaupt ein Praktikum zu erhalten … 

Trotz bescheidener Mathenote erhielt ich dennoch einen Praktikumsplatz in einer größeren Firma und konnte so einen Einblick in das Berufsbild des Technischen Zeichners gewinnen. Es kommt mir fast wie gestern vor: Mit Bleistift und Tusche durfte ich an einem großen Zeichenbrett meine ersten Schritte in der technischen Kommunikation gehen. Zu meiner Enttäuschung war der Computer aber auch hier weit entfernt! Jedoch verstand ich recht schnell, dass die Arbeit am Zeichenbrett die Grundlage für Zeichnungsableitungen und von essenzieller Bedeutung ist, um das Vorstellungsvermögen zu trainieren. Auch heute hilft diese Übung, mir 3D-Objekte vorzustellen, bevor diese überhaupt ein Blatt Papier oder ein Zeichenprogramm gesehen haben.

Zum Glück durfte ich am letzten Tag meine ersten Schritte in einem 3D-Programm gehen, was meinen Berufswunsch festigte. 

Nach dem Abschluss der Realschule hatte ich das Glück, mit einer sehr guten Praktikumsbestätigung einen Ausbildungsplatz als Technischer Zeichner im Maschinen- und Anlagenbau zu erhalten. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass das für mich die beste Ausbildung war. Ich lernte Grundlagen der mechanischen Fertigung und Montage. Außerdem durfte ich ausgehend von einem 2D-Zeichnungsprogramm in die Welt der 3D-Modellierung einsteigen. Interessanterweise wurde die Zwischenprüfung mit einer Handzeichnung und die Abschlussprüfung noch in AutoCAD Mechanical (2D) abgelegt. Mit 96 von 100 möglichen Punkten bin ich jedoch nach wie vor sehr zufrieden mit dem Ausbildungsergebnis. 

Mit dieser neugewonnenen Motivation wollte ich meinen Horizont erweitern. Deshalb entschloss ich mich im Jahr 2009, nach Mannheim zu ziehen, um mein Abitur zu absolvieren und ein duales Studium anzutreten.

Mein eigener Bildungsweg zeigt mir einige Schwächen hinsichtlich der digitalen Bildung auf. In der Realschule wurde die digitale Kompetenz nur sehr wenig, fast gar nicht gefordert oder gefördert. Lediglich meine eigene miserable Handschrift zwang mich zur Benutzung des Computers. Aus meiner Sicht muss nicht jeder Programmieren lernen, jedoch hätte ich mir damals gewünscht, dass die grundsätzliche Verwendung von Standard-Software intensiver trainiert wird. 



Das mag selbstverständlich klingen, jedoch ist die regelmäßige Verwendung noch eine organisatorische Herausforderung im Unterricht und in der Ausbildung. Für mich stellte sich deshalb die Frage, wie digitale Kompetenzen in Schule und Ausbildung besser entwickelt werden können. Wenn ich dabei an meine Ausbildung zurückdenke, dann war der Grundsatz der Bildung aus meiner Sicht deutlich besser. Mit kleinen Projekten durfte ich spielerisch meine ersten Erfahrungen in der mechanischen Bearbeitung machen und im CAD eigenständig arbeiten. So war es selbstverständlich, dass ich jedes benötigte Tool ausprobiert und mich dann eingearbeitet habe. Nur bei Fragestellungen konnte ich meinen damaligen Ausbilder oder Arbeitskollegen um Rat bitten. An dieser Stelle: vielen Dank für die sehr gute Ausbildung! Die berufliche Ausbildung war also ein voller Erfolg, was sicherlich auch am Betrieb und den zur Verfügung gestellten Möglichkeiten lag. Damals war CAD-Software noch relativ teuer, wodurch ein privater Einsatz nur bedingt möglich war. 

Im Gegensatz zum Betrieb blieb die Berufsschule, ähnlich wie die Realschule, noch hinter ihren Möglichkeiten zurück. In meinem Fall konnte das durch die kleine Gruppengröße der Technischen Zeichner (neun Personen) durchaus kompensiert werden. Im 2. Ausbildungsjahr musste die Zwischenprüfung allerdings mit der Hand absolviert werden. Das war 2008 – auch hier gab es bereits 3D-Programme. Mit Blick auf die Herausforderungen und die Möglichkeiten der Digitalisierung war das eine schlechte Grundlage. Dennoch bedeutete die Ausbildung für mich einen nachhaltigen Lernerfolg, der später die Basis für Stern Didactic werden sollte.
Unter digitaler Bildung ist sicherlich vieles zu verstehen und Vollblut-Pädagogen kennen sich hier sicherlich besser aus als ich. Meine eigenen Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Bearbeitung eines Projekts mit unterschiedlichen digitalen Werkzeugen ungeahnte Kräfte freisetzt und einen nachhaltigen Lernerfolg ermöglicht. Genau aus diesem Grund wollte ich mit Stern Didactic Lehrunterlagen bieten, die insbesondere Auszubildende in ihren Fähig- und Fertigkeiten projektbezogen stärken und abseits des Bildungsplans Möglichkeit zum Greifen und damit zum Begreifen geben. Um es vorwegzunehmen: Ziel ist nicht ein vollständiges „How-to“. Vielmehr sollen die Inhalte digital zur Verfügung gestellt werden, um einen roten Faden und ein Ziel des Projekts zu definieren. Mit welchen Tools dann gearbeitet wird, soll der Kreativität und den speziellen Anforderungen der jeweiligen Ausbildungsstätte überlassen werden. So könnte beispielsweise die Bearbeitung des Rennwagens in vielen Bereichen für die Auszubildenden interessant sein: Bei Löten, Drehen, Fräsen, 3D-Drucken, Montieren und Programmieren ist vermutlich für jeden etwas dabei. Es ist vorstellbar, dass hier eine Gruppenarbeit stattfindet. Für jedes Bauteil oder jede Baugruppe ist eine Arbeitsgruppe zuständig, die sich damit intensiv beschäftigt und am Ende ihren Weg und die dabei gewonnenen Informationen digital, vielleicht auch online, präsentiert. Neben den klassischen Fertigkeiten werden dadurch auch digitale Kompetenzen gefordert und gefördert.
Das mag selbstverständlich klingen, jedoch ist die regelmäßige Verwendung noch eine organisatorische Herausforderung im Unterricht und in der Ausbildung. Für mich stellte sich deshalb die Frage, wie digitale Kompetenzen in Schule und Ausbildung besser entwickelt werden können. Wenn ich dabei an meine Ausbildung zurückdenke, dann war der Grundsatz der Bildung aus meiner Sicht deutlich besser. Mit kleinen Projekten durfte ich spielerisch meine ersten Erfahrungen in der mechanischen Bearbeitung machen und im CAD eigenständig arbeiten. So war es selbstverständlich, dass ich jedes benötigte Tool ausprobiert und mich dann eingearbeitet habe. Nur bei Fragestellungen konnte ich meinen damaligen Ausbilder oder Arbeitskollegen um Rat bitten. An dieser Stelle: vielen Dank für die sehr gute Ausbildung! Die berufliche Ausbildung war also ein voller Erfolg, was sicherlich auch am Betrieb und den zur Verfügung gestellten Möglichkeiten lag. Damals war CAD-Software noch relativ teuer, wodurch ein privater Einsatz nur bedingt möglich war. 

Im Gegensatz zum Betrieb blieb die Berufsschule, ähnlich wie die Realschule, noch hinter ihren Möglichkeiten zurück. In meinem Fall konnte das durch die kleine Gruppengröße der Technischen Zeichner (neun Personen) durchaus kompensiert werden. Im 2. Ausbildungsjahr musste die Zwischenprüfung allerdings mit der Hand absolviert werden. Das war 2008 – auch hier gab es bereits 3D-Programme. Mit Blick auf die Herausforderungen und die Möglichkeiten der Digitalisierung war das eine schlechte Grundlage. Dennoch bedeutete die Ausbildung für mich einen nachhaltigen Lernerfolg, der später die Basis für Stern Didactic werden sollte. 

Unter digitaler Bildung ist sicherlich vieles zu verstehen und Vollblut-Pädagogen kennen sich hier sicherlich besser aus als ich. Meine eigenen Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Bearbeitung eines Projekts mit unterschiedlichen digitalen Werkzeugen ungeahnte Kräfte freisetzt und einen nachhaltigen Lernerfolg ermöglicht. Genau aus diesem Grund wollte ich mit Stern Didactic Lehrunterlagen bieten, die insbesondere Auszubildende in ihren Fähig- und Fertigkeiten projektbezogen stärken und abseits des Bildungsplans Möglichkeit zum Greifen und damit zum Begreifen geben. Um es vorwegzunehmen: Ziel ist nicht ein vollständiges „How-to“. Vielmehr sollen die Inhalte digital zur Verfügung gestellt werden, um einen roten Faden und ein Ziel des Projekts zu definieren. Mit welchen Tools dann gearbeitet wird, soll der Kreativität und den speziellen Anforderungen der jeweiligen Ausbildungsstätte überlassen werden. So könnte beispielsweise die Bearbeitung des Rennwagens in vielen Bereichen für die Auszubildenden interessant sein: Bei Löten, Drehen, Fräsen, 3D-Drucken, Montieren und Programmieren ist vermutlich für jeden etwas dabei. Es ist vorstellbar, dass hier eine Gruppenarbeit stattfindet. Für jedes Bauteil oder jede Baugruppe ist eine Arbeitsgruppe zuständig, die sich damit intensiv beschäftigt und am Ende ihren Weg und die dabei gewonnenen Informationen digital, vielleicht auch online, präsentiert. Neben den klassischen Fertigkeiten werden dadurch auch digitale Kompetenzen gefordert und gefördert.