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Ein Satz, ein Schachspiel: Autodesk Fusion + Claude über MCP

29. Okt.
3 Min. Lesezeit

Ein einziger Satz in Claude: „Erstelle mir in Autodesk Fusion ein Schachspiel Licht und Schatten.“ Was danach passiert, zeigt der Film. Claude stellt Rückfragen, rechnet die Maße aus dem Bauraum des Druckers, baut das Schachspiel parametrisch in Fusion, prüft es selbst und liefert 16 druckfertige Dateien. Hier erklären wir den Workflow Schritt für Schritt, damit du ihn nachbauen kannst.



English version: watch on YouTube.


Drei Begriffe. Mehr braucht es nicht.


  • MCP (Model Context Protocol) ist die genormte Schnittstelle zwischen KI und Programm. Wie ein Werkzeughalter: Jedes Werkzeug passt. Autodesk Fusion bringt einen eigenen MCP-Server mit, der lokal auf deinem Rechner läuft.

  • Konnektor ist das Kabel. Er verbindet Claude mit dem MCP-Server von Fusion auf deinem Rechner. Die Konstruktion bleibt bei dir.

  • Skill ist die Arbeitsanweisung. Er sagt der KI, wie du konstruierst. Einmal aufgeschrieben, wendet Claude ihn in jedem Projekt an.


Schritt 1: MCP-Server in Fusion einschalten


  1. Fusion öffnen, oben rechts auf das Profilbild klicken und Voreinstellungen wählen.

  2. Links Allgemein › API öffnen.

  3. Den Haken bei „Fusion MCP Server (wird lokal auf diesem Gerät ausgeführt)“ setzen. Der Port 27182 bleibt, wie er ist. Mit OK bestätigen.


Schritt 2: Konnektor in Claude einschalten


  1. In der Claude-App unten links auf dein Profil klicken und Einstellungen öffnen.

  2. Unter Anpassungen den Punkt Konnektoren wählen.

  3. Autodesk Fusion aktivieren. Der Port muss derselbe sein wie in Fusion: 27182. Bei den Tool-Berechtigungen legst du fest, ob Claude jedes Mal fragt oder die Werkzeuge direkt nutzen darf.


Schritt 3: Einen Skill mit deinen Regeln anlegen


Mit /skill-creator schreibst du deine Konstruktionsregeln einmal auf. Unser Beispiel:

  1. So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

  2. Konstruiere symmetrisch, sofern möglich.

  3. Bemaße alle Skizzen.

  4. Frage nach Top-Down- oder Bottom-Up-Konstruktion.

  5. Stelle immer Rückfragen.

  6. Suche dir über eine Webrecherche den nötigen Kontext.


Unseren ausführlicheren Starter-Skill für Fusion kannst du kostenlos laden und an deine eigenen Konventionen anpassen:



Schritt 4: Erst fragen, dann rechnen


Bevor eine Skizze entsteht, fragt Claude nach Stil, Größe, Umfang und Drucker. Dann folgen die Maße aus dem Bauraum. Der Bambu Lab H2S hat in Y-Richtung 320 mm. Mit einem Feldmaß von 37 mm werden Brett und Aufbewahrungsbox 316 mm groß und passen am Stück in den Drucker. Der König ist 75 mm hoch. In jedem Fuß sitzt eine Tasche für zwei Unterlegscheiben M8 als Gewicht.


Schritt 5: Fusion baut, parametrisch


Die zwölf Figurentypen von Licht und Schatten

Das Schachspiel entsteht Top-Down in einer Datei: 35 Parameter, zwölf eigene Figurentypen für Licht und Schatten, Brett mit 64 Einlegern und eine Box mit 32 Fächern. Jede Skizze ist voll bestimmt, jedes Maß hängt an einem Parameter. Die Figurenprofile prüft Claude vorher in Python auf Überhänge, damit alles ohne Stützstruktur druckbar ist.


Der Test findet den Fehler


Ein Modell ist erst fertig, wenn es parametrisch bleibt. Beim Flex-Test werden die treibenden Maße verändert: Feld 37 auf 35 mm, König 75 auf 70 mm. Dabei brachen fünf Figurenprofile, weil automatisch gesetzte Bedingungen nicht mitskalierten. Claude hat das erkannt, die Skizzen neu bemaßt und den Test wiederholt. Genau dieser Schritt unterscheidet ein schnelles KI-Modell von einer sauberen Konstruktion.


Ergebnis: 16 Druckdateien


Das fertige Schachspiel Licht und Schatten in der Grundstellung

Brett, Feldeinleger, Box und alle Figuren als 3MF, in PLA mit zwei Farben druckbar.


Jetzt erspielen: NULLPUNKT


Das Schachspiel steht in NULLPUNKT, unserer Werkstatt im Browser, in der Pausenecke. Wähle deinen Gegner: Azubi, Geselle oder Meister. Wer den Gesellen oder den Meister schlägt, bekommt die 16 Druckdateien. Die parametrischen Originaldaten aus Autodesk Fusion gibt es mit der NULLPUNKT-Werkstatt-Lizenz.



Was das für Konstrukteure heißt


Die KI ersetzt keine Konstrukteurin und keinen Konstrukteur. Sie arbeitet so gut wie die Regeln, die man ihr gibt, und so verlässlich wie die Prüfung, die man von ihr verlangt. Wer seine Konventionen als Skill festhält und auf Prüfungen wie dem Flex-Test besteht, bekommt in Minuten ein Modell, das sonst Stunden dauert, und behält die Kontrolle über jedes Maß.


Du willst das in deinem Team einführen? Wir schulen Autodesk Fusion und KI in der Konstruktion, vom ersten Konnektor bis zum eigenen Skill.


 
 
 

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