Eine Woche, 16 Rover und eine unbequeme Wahrheit über Bildung in Deutschland
- 15. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Letzte Woche war ich beim Design & Make Workshop der Nachwuchsstiftung Maschinenbau. Eine Woche CAD, CAM, CAE, generatives Design, Elektronik, KI, Löten und Programmieren. Der Kurs war überbucht. Und ich bin immer noch begeistert.
Das Bild, das mir bleibt: das breite Grinsen, als der Mecanum Rover endlich zusammengeschraubt und gelötet war. In der letzten Session wurde er dann programmiert und ist gefahren. Ein krönender Abschluss für eine Woche, in der aus einem Haufen Einzelteile etwas wurde, das sich bewegt, weil man es selbst zum Bewegen gebracht hat.

Warum dieses Format so wichtig ist
KI steckt heute in jedem Werkzeug. In Autodesk, in Arduino, im MLS. Die Tools werden immer mächtiger, und das ist gut so. Aber sie ersetzen nicht das Entscheidende: Menschen lernen von und mit Menschen.
Kein noch so gutes Tool ersetzt die Woche an einem Tisch, an dem gelötet, geflucht und gegrinst wird. An dem man nebenbei vom Kollegen erfährt, warum die Schraube klemmt, und beim Kaffee die nächste Idee entsteht. Genau das ist der Kern dieses Formats. Und genau deshalb waren die Teilnehmer durchweg begeistert. Viele überlegen schon, wie sie das in Ausbildung und Schule integrieren, und fragen nach der nächsten Schulung.

Die Schattenseite, die ich nicht verschweigen will
So viel zur Begeisterung. Jetzt zur unbequemen Seite.
Eine Lehrkraft hat mir erzählt: 40 Euro Schulungsbudget. Pro Jahr. Pro Lehrkraft. Das geht an der Lebensrealität komplett vorbei.
Und das ist kein Einzelfall. Ich bin viel an Berufsschulen unterwegs. Der Putz kommt von der Decke. Sanierungsstau. Investitionsstau. Keine neuen Maschinen. Werkzeuge, die niemand nachkauft. Es passiert viel zu wenig.
Hier muss die Politik ran. Massiv. Wir müssen die nächste Generation auf einen gewaltigen Produktivitätsschub vorbereiten: interdisziplinär, fachübergreifend, im Zusammenspiel mit KI. Denn genau diese Generation wird die ältere in unserer sozialen Marktwirtschaft tragen.
Und ja, ich sage das deutlich: Wir dürfen nicht nur auf die Renten schauen, weil es der Wählerschaft lieber ist. Ich bin mir sicher, die Rentner verstehen das. Wenn man ihnen sagt: Leute, das Geld für die nächste Rentenerhöhung investieren wir jetzt komplett in Bildung. In die modernsten Gebäude Europas. Die modernste Ausstattung. Die modernsten Technologien. Damit es wirklich wieder aufwärtsgeht.
Das ist mein Plädoyer. Und das ist nicht mit 40 Euro pro Lehrkraft und Jahr getan.
Ein Ausbilder hat es auf den Punkt gebracht: Ausbildung ist günstiger als eine unbesetzte Stelle.

Worum es eigentlich geht: die nächste Generation
Bei all der Technik geht es im Workshop am Ende um etwas anderes. Nicht darum, dass der Lernträger bei Ausbildern und Lehrkräften liegen bleibt, auch wenn er das innere Kind weckt und man sofort fünfzehn Ideen hat, wie man ihn optimiert, verbessert, erweitert. Sondern darum, ihn weiterzugeben.
Der Workshop ist der Auftakt, nicht das Ziel. Das Ziel ist, dass dieses Wissen und dieser Lernträger bei den Auszubildenden ankommen.

Dafür ist das Ökosystem da
Damit aus der Workshop-Woche kein einmaliges Erlebnis bleibt, sondern dauerhaftes Lernmaterial, haben wir bei Stern Didactic das passende Ökosystem aufgebaut. Im MLS liegen die Lernaufgaben bereit, didaktisch aufbereitet und direkt für die Auszubildenden einsetzbar. Der Mecanum Rover als Lernträger, die Lerninhalte und die begleitenden Aufgaben gibt es als komplettes Bundle, zu einem fairen Preis und als Einmalkauf, ohne laufende Lizenzkosten.
So bleibt am Ende nicht nur die Erinnerung an eine starke Woche, sondern ein Werkzeug, mit dem die nächste Generation weiterarbeiten kann.
Vielen Dank an Autodesk und die Nachwuchsstiftung Maschinenbau, die diese Woche möglich gemacht haben.


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